Heaven's Gate (1980) (Limited Mediabook Edition) Blu-ray

Original Filmtitel: Heaven's Gate

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Disc-Informationen
Directors Cut, Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, die hier vorliegende Filmfassung entspricht der ungekürzten US R-Rated Fassung, 3 Discs, BD (2x), DVD (1x), enthält DVD Fassung, Extras in HD (teilweise), Media Book
Herausgeber:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Director's Cut:
Deutsch PCM 2.0 (Mono)
Englisch DTS-HD Master Audio 5.1

US-Kinofassung:
Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Director's Cut:
Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

US-Kinofassung:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (2.40:1) @24 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
217 Minuten
Veröffentlichung:
23.03.2018 (Release)
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Blu-ray Bewertungen

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bewertet am 18.05.2018 um 13:52
#4
Einer der allerbesten Filme aller Zeiten in einer würdigen Veröffentlichung.
Nach dem Oscargewinn für "Die durch die Hölle gehen" erhielt Regisseur Michael Cimino grünes Licht für ein Westernepos, das alle bekannten Maßstäbe für Ästhetik und und Detailverliebtheit sprengte. Das ursprüngliche Etat von 7,5 Millionen wurde durch den immens betriebenen Aufwand an Kulissen und Ausstattung binnen kürzester Zeit auf 40 Millionen Dollar geschraubt. Nachdem die Studiobosse aber die ersten Testvorführungen gesichtet hatten, wußte man, daß mit dem Geld kein Schindluder getrieben, sondern daß einem imposanten Spätwestern von außerordentlicher Schönheit der Weg ins Leben geebnet wurde - und man lehnte sich entspannt zurück...

In elegischen, weitschweifigen und bis ins letzte Detail durchkomponierten Bildern wird ein dunkles Kapitel aus den verborgenen Winkeln des amerikanischen Gedächtnisses ans Licht der Leinwände gezerrt: Der Johnston County War. Europäische Siedler, die den beschwerlichen Weg aus ihrer alten Heimat in die neue Welt auf sich genommen haben, machten sich auf den mühsamen Weg in den gelobten Westen der noch jungen USA. Ausgemergelt und mittellos blieb ihnen auf dem Weg ins vermeintliche Glück oftmals nichts anderes übrig, als sich dann und wann ein Stück Vieh aus dem endlosen Bestand der Rinderbarone zu schlachten. Es ging um nichts weniger als das blanke Überleben.
Die Herdenbesitzer haben sich indes zu einem Interessenverbund zusammengeschloßen und gehen skrupellos gegen die Diebe vor: Eine verwegene Meute von 50 Kopfgeldjäger wird rekrutiert und jedem eine Abschußprämie garantiert, der einen Einwanderer aus einer "Todesliste" von 125 Namen eliminiert. Das sie bei dieser Menschenhatz die Rückendeckung des Gouverneurs von Montana und des amerikanischen Präsidenten hatten, wirft einen dunklen Schatten auf die verklärte Ethik der Gründungsväter der vereinigten Staaten.

Die Ammenmär des von edler Moral durchtränkten Westernhelden ala John Wayne, James Stewart oder Gregory Peck wird hier mittels historischer Fakten der Geschichtsverklitterung überführt.
Das Fundament der amerikanischen Gesellschafft beruht eben nicht auf Altruismus und nobler Gottesgefälligkeit, wie es die Gründungsmythen künden, sondern war schon von Beginn an von Profitgier und dem Sozialdarwinismus im Geiste des Survival of the Fittest gezeichnet.
In der Tatsache, daß der selbstgefälligen amerikanischen Volkseele der Spiegel vorgehalten und am Lack der auf Lügen basierenden Legendenbildung durch die Hollywoodproduktionen gekratzt wurde, ist auch das finanzielle Fiasko zu erklären, der Heavens Gate zu seiner Zeit, der beginnenden Reagen Ära mit seinem Neopatriotismus, beschieden war. Die Kritiker der ersten Vorstellungen zerrissen demnach den Film in der Luft. Ein Antireagan Held entsprach über Nacht nicht mehr dem Zeitgeist. Selbst der Reporter der renomierten New York Times vermochte nicht die emotionale Schmach der Realität zu ertragen und die über Jahrzehnte eingebleute Wohlfühlillusion, ein Nachkomme heiliger Einwanderer zu sein, angewiedert abzuschütteln. So äußerste er sich grob abfällig über das Werk. Folgende Kritiker trauten sich danach anscheinend nicht mehr ihrer Koriphäre zu widersprechen, sich damit womöglich fachlich zu disqualifizieren und bliesen so ins gleiche Horn. Die vernichtenden Kritiken entwickelten so eine sich selbstverstärkende Eigendynamik.

Aber Qualität läßt sich nicht totkriegen. Und so eroberte sich Heavens Gate im Laufe der Zeit seinen verdienten Platz im Filmolymp und gilt Heute unwidersprochen als absolutes Meisterwerk. Das es jahrzehntelang als größter Flop der Filmgeschichte galt, der den Ruin des u.a. von Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks gegründeten United Artist Studios zur Folge hatte und das Kapitel des amerikanischen Autorenkinos endgültig zu Grabe trug, sind Heute allerdings nur noch Randnotizen und allenfalls für Filmhistoriker interessant
Was Cimino bei kommerziellem Erfolg von Heavens Gate aber noch für imposante Werke geschaffen hätte, mag Spekulation sein. Sein Talent hätte bei entsprechend pekunärer Unterstützung uns aber sicher noch weitere Klassiker beschert...

Die Handlung in aller Kürze
1890 in Montana. Der Anwalt James Averill (Kris Kristofferson) unterstützt die armen Farmer in ihrem Kampf gegen die Viehzüchterlobby. Einer von ihnen ist sein alter Freund Billy aus Studienzeiten. Gemeinsam feierten sie 1870 ihren Abschluß an der Eliteuniversität Harvard. Obwohl beide ihre elitären Wurzeln nicht ablegen können, kämpft Averill auf der Seite der "kleinen Leute", während Billy die Fesseln seines Standes nicht abschütteln kann. Er ist zwar von ihrem skrupellosen Verhalten angewidert, vermag es aber nicht, sich von seiner Kaste zu distanzieren. Seinen Frust darüber ertränkt er im Alkohol. Und hier überschneiden sich die beiden Charaktere wieder. Denn auch der Anwalt ist dem Feuerwasser mehr als nur zugeneigt und hat seinen Flachmann Hochprozentiges immer gutgefüllt und griffbereit am Mann.

Einer der größten Kritikpunkte war auch immer das schwache Spiel der Hauptdarsteller, vor allem von Kristofferson. Aber hier gehen meiner Meinung nach die Kritiker völlig fehl und verknüpfen den Western zu reflexartig mit glänzenden Helden, ausstaffiert mit einer übermenschlichen Moral und männlichen Kraft, die Natur und Feind bändigen kann um schlußendlich im Schoß der tagesaktuellen Hollywoodschönheit zu landen.
Aber genau das Klischee sollen die Protagonisten hier eben nicht erfüllen. Im Gegenteil: Averill ist ein gebrochener Mensch, der vom Leben gezeichnet ist und im Alkohol Trost und Erleichterung sucht. Im gewißen Sinne ist er damit ein Antiheld, ein bloßer Mensch.
Als er 1890 in dem Westernkaff Casper ankommt, ist von der Euphorie seiner zurückliegenden Harvardzeit nichts mehr zu spüren. Was in den 20 Jahren passiert ist, darüber erfährt der Zuschauer nichts. Gestik und Mimik sprechen aber eine eindeutige Sprache: Averill ist vom Leben desillusioniert und sein jugendlicher Elan hat die Kollision mit der Wirklichkeit nicht überlebt. Man darf also nicht den Fehler begehen, hier einen strahlenden Helden zu erwarten. Auch hier trifft wieder das Gegenteil eher zu: Averill schleppt sich mühsam durch sein Leben, welches ihn zu einem wortkargen und introvertierten Menschen geschliffen hat.
Trost findet er nur bei der Hure Ella, die ihr Bordell weit außerhalb der Siedlung, in einem wunderschönen Fleckchen Erde errichtet hat. Da aber einige Einwanderer ihre Dienste im Tausch gegen gestohlenes Fleisch in Anspruch nehmen, steht auch ihr Name ganz oben auf der Todesliste.
Averills Nebenbuhler um die schöne Bordellbesitzerin ist der im Auftrag der Rinderbarone tötende Scharfschütze Nate Champion (Christopher Walken). Als dieser Ella einen Heiratsantrag macht, muß Averill den nächste Schicksalschlag überstehen.
Am Boden zerstört und zu kraftlos um um Ella zu kämpfen, liefert sich Averill dem Alkohol aus. Während er verkatert im Bett liegt, beschließen die Einwanderer, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gehen zum Angriff auf die Rinderbarone und ihre Kopfgeldjäger über...Weiters soll aus Spoilergründen im Verborgenen bleiben
Nur noch soviel: Das Ende des Filmes, also die Scene in 1903, zählt für mich zu den stärksten Momenten des Filmes. Ohne das Kristofferson ein Wort spricht, offenbart sich das Schicksal Averills gesamten Lebens und man gewinnt den Eindruck, ihm bis auf den Grund seiner Seele schauen zu können. Das ist Filmkunst in Vollendung.

Für mich steht Heavens Gate deshalb auf einer Stufe mit den besten Filmen überhaupt. Er spielt damit in derselben Liga wie Leones Klassiker "Es war einmal in America", "Spiel mir das Lied vom Tod", etc.
Die Bilder, die hier vom Kameragenie Vilmos Zsigmond eingefangen wurden und maßgeblich den Status des Filmes begründen, sind von erhabener Schönheit und zeitloser Ästethik. In monumentalen Landschaftspanoramen schwelgend entführt Zsigmond den Zuschauer in eine dampfende, zischende und staubende märchenhafte Westernwelt, gespickt mit überbordener Ausstattung und bevölkert von charismatischen Individualisten. Der Authentizitismus der Ausstattungsschlacht, gepart mit dem Dreck in den Straßen und den schmutzig schwieligen Gesichtern, geht mit der visuellen Ästhetik Zsigmonds eine Symbiose ein, so daß sich der Stil Ciminos vielleicht am ehesten als poetischer Realismus bezeichnen läßt.
Ohne CGI, nur geprägt von handwerklicher Kunst und geschultem Auge, reihen sich Bilder an Bilder, die an Perfektion nicht zu überbieten sind und in denen sich der Zuschauer verlieren möchte.
So ist denn Heavens Gate auch ein Film für Genießer. Wer keine Muße mitbringt und sich nicht in den episch elegischen Bidern verlieren kann, hat in dem Film nichts verloren. Die Bilder sind sich oft selbst genug und die Handlung schleppt sich ähnlich zäh vorwärts, wie das Leben Averills. Die Handlung weicht den visuellen Schauwerten. Wo Bilder aber zu Kunstwerken werden, gleicht dies einem Museumsbesuch, den man bis zum letzten Atemzug auskosten möchte. So überkommt einen auch nach 217min ein Gefühl von Wehmut, die Welt übergroßer Pracht wieder verlassen zu müßen.
Mit dem entsprechenden Gemüt und einer bestimmten seelischen Prädisposition ausgestattet, die notwendig ist, um den Film ganz in sich hineinfallen zu lassen, ist der vermeintliche Handlungsmangel für den Geniesser also eher ein Lustgewinn als eine Belastung.
Und ich bedauere jeden, der auf Grund seiner emotionalen Strukturierung zu diesem gehobenen Genuss nicht in der Lage ist...

Bild, Ton und Sonstiges: schaut doch bitte bei den Anderen nach...
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 3
Extras mit 3
Player:
Denon DBT-3313UD
Darstellung:
Epson EH-TW9200
bewertet am 18.05.2018 um 08:45
#3
Es wurde bereits alles gesagt, kleinhirn Deine Bewertung trifft es auf den Punkt, ein absolutes Meisterwerk, man merkt nicht wie 217 Min wie im Fluge vergehen, das Mediabook ist phantastisch.
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 3
Extras mit 4
bewertet am 07.05.2018 um 22:25
#2
Bild: ist sauber und ohne Fehler, es fehlt an Schärfe und dem letzten detailgrad. Ansonsten ist das Bild wirklich gut gelungen. Der Film bietet überwiegend ein düsteres Bild und daher sind die Farbem zwar vorhanden aber eher dezent gehalten. Der Look passt aber sehr gut zum Film und der entsprechenden Thematik.

Ton: Dialoge sind deutlich zu hören. Score war jetzt nicht so meiner aber er wird gut und sauber und auch mit etwas Druck über die Lautsprecher wieder gegeben. Es mangelt an Dynamik - alles in allem OK. Ich muss natürlich auch erwähnen, das ich den Ton über ein Stereosetup höre.

Fazit: dieser episch angelegte Western ist bei erscheinen ein riesiger Flopp gewesen. Ich kann dies in hewissen Masse nachvollziehen, Thematik und die ausführlichkeit die hier aufgezeigt wird ist nicht jedermanns Sache und ferner ist er jetzt auch kein klassischer Western. Die Story baut sich langsam auf, die Actionszenen sind rar gesät und ziemlich kurz bis zum Finale. Mir gefällt es wenn die Charaktere Zeit haben sich zu entwickeln und es dann nach und nach zur Sache geht. Die Darsteller wissen zu überzeugen und der Film ist bis in die kleinste Nebenrolle gut besetzt. Als Kind konnte ich mit dem Film nichts anfangen, heute finde ich diesen Film genial und bin froh das er in diesem MB gewürdigt wird. Vor allem über den Beamer macht es grossen Spass dieses Meisterwerk anzuschauen. Für interessierte empfehle ich auf jeden Fall eine Sichtung vor dem Kauf, ist wie gesagt nicht jedermanns Sache.

Top Film - DC Version! Technisch gute Umsetzung.
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 3
Extras mit 4
Player:
Samsung BD-J5500E Curved
Darstellung:
Sonstiges LG PF1000UT Adagio
bewertet am 20.04.2018 um 19:23
#1
Der wohl teuerste "Flop" der Kinogeschichte erstrahlt in einem wunderschönen Mediabook. Der Film verschlang während der Dreharbeiten imense Extrakosten und zugegeben; Er hat wirklich gute Längen die oft auch sehr ermüdend wirken. Man muß den Film lieben oder hassen.
Mir gefällt er trotz seiner Längen und auch der vielen negativen Kritiken die er in Amerika bekam. Letztendlich wird ja hier von Massakern an osteuropäischen Einwanderern berichtet und dies passt natürlich nicht so ins amerikanische Gutmenschenprofil.
Das Bild ist ordentlich geworden, erreicht aber nie wirkliches HD-Feeling. Etwas Unschärfe und Schleier liegen immer drauf.
Unter aller S.. ist aber die deutsche Tonspur. Ich finde es schon fast eine Frechheit, so etwas auf eine BD zu packen. Gekreische und oft auch fehlende bzw. kaum verständliche Dialoge. Das ist schon sehr ärgerlich. Die englische Tonspur hingegen ist ordentlich aufgemöbelt und wirkt auch geordneter und ruhiger. Hier empfehle ich den Film im Original mit deutschen Untertiteln zu schauen.
Extras sind ne Menge auf der Bonus-Disc und die sind für mich absolut ausreichend.
Ein richtiger Hingucker ist das Mediabook. Wie üblich bei Capelight liegt die Karte mit den Filmdaten nur hinten mit drin und wird nicht von irgendwelchen dämlichen Klebepunkten gehalten. Nach entfernen der Folie einfach zu entnehmen. Klappt man das schöne Teil auf, dann sind BD und Bonus BD versetzt auf der Frontrückseite und die DVD auf dem Backcover. Highlight ist hier jeweils das sicht Motiv von Disc's und Mediabook einander ergänzen. Das sieht wirklich chic aus (Hab mal Bilder im Heimkino bei mir hinterlegt)
Fazit: Für Fans ein absolutes "must have". Ansonsten muß jeder selbst entscheiden ob er sich die 3,5 Stunden hinsetzen möchte ;-)
Story mit 4
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 2
Extras mit 5
Player:
Sony UBP-X800
Darstellung:
Panasonic TX-58EXW784 (LCD 58")
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4 Bewertung(en) mit ø 3,88 Punkten
Heaven's Gate (1980) (Limited Mediabook Edition) Blu-ray
Story
 
4.8
Bildqualität
 
4.0
Tonqualität
 
2.8
Extras
 
4.0

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